Buch
Rolf Hochhuth
Das Recht auf Arbeit .
Nachtmusik
Zwei Dramen
280 Seiten. 
Gebunden. DM 39,80 
3-498-02957-6 
Zwei neue Theaterstücke des wirkungsmächtigsten deutschen Dramatikers Rolf Hochhuth.
Zwei neue Theaterstücke von Rolf Hochhuth: ein politisches Zeitstück zu einem brisanten Thema und historische Szenen, welche die Historie zur Empörung der Fachleute kräftig gegen den Strich bürsten. 

Das Recht auf Arbeit Als die Väter und Mütter des Grundgesetzes unter dem Eindruck der Hitlerdiktatur die Verfassung der Bundesrepublik schrieben, versuchten sie, die Bürger vor Übergriffen des Staates zu schützen. Dass Schutz vor der Willkür der Wirtschaft ebenso wichtig ist, haben die Bürger erst gelernt, seit jedermann klar ist, dass es nie wieder Arbeit für alle geben wird. Deshalb, so Hochhuth, muss das Recht auf Arbeit ein Bestandteil der Verfassung werden. Fünf Akte zeigen an individuellen Schicksalen und in zupackenden Dialogen, wie Arbeitslosigkeit die Menschen verbiegt, krankmacht, tötet. Wie unmenschlich jene sind, die sich nur am Shareholder Value orientieren. Und, bisweilen, wie lächerlich! Ein Zeitstück, wie es zeitgemäßer nicht sein könnte. 

Mozart, das bezeugen Beethoven und Czerny, ist von einem eifersüchtigen Ehemann vergiftet worden. Am Tag seiner Beisetzung, an dem Nachtmusik spielt, gerät Magdalena, Mozarts Schülerin und Geliebte, in einen handfesten Ehekrach mit ihrem Mann, dem Hofkanzlisten Hofdemel. Sie gesteht ihre Untreue, er seinen Mord an dem Freimaurerfreund. Rasend vor Eifersucht schneidet er ihr die Kehle durch, tötet sich dann selbst. Pause. Hofburg, Audienz beim Kaiser. Magdalena Hofdemel, nicht tot, sondern nur schwer verwundet, erwirkt eine Gnade: Der Selbstmörder soll nicht in eine Kuhhaut eingenäht auf den Schindanger geworfen werden, sondern - als offenbar im Augenblick der Tat geistig Verwirrter - ein christliches Begräbnis erhalten. Zum Dank überreicht sie dem Monarchen eine Abschrift des «Requiems». 

Natürlich ist das Skandalon des Stückes die Mordtheorie. Aber sein Reiz liegt auch darin, dass Mozart von drei ihm nahen Menschen gesehen wird: von der liebenden Frau, vom eifersüchtigen Freund und vom kunstsinnigen Kaiser, der weiß, wie schwer die Mitwelt es mit dem Genie hat.