Michael Koepf
Orion tief im Westen
Roman
Deutsch von Holger Fliessbach 
288 Seiten
Gebunden. DM 39,80

3-498-03501-0 

Bärenstarkes Buch, das hol ich mir!

Michael Koepfs «Orion tief im Westen» ist eine Geschichte in der Tradition von Hemingways «Der alte Mann und das Meer»: ein atmosphärisch dichter Roman, der unaufhaltsam einem dramatischen Höhepunkt zusteuert.
Eine Rettungsinsel im Sturm vor der nordkalifornischen Küste: Neil Kruger, der einzige Überlebende eines misslungenen Drogendeals auf hoher See, kämpft gegen peitschende Wellen und einen tosenden Südost, der ihn vom rettenden Land wegtreibt.
In seiner Todesangst sucht er Trost bei Erinnerungen: an seinen bewunderten Vater Ernie, den Fischer aus der Half Moon Bay, der das Wetter mit einem einzigen Blick zu den Sternen vorhersagen konnte, es aber nie schaffte, seine Schulden abzuarbeiten; an seine Mutter Emily, die Neil vor lauter Angst ihre Liebe entzog, als er im Alter von zwölf Jahren beschloss, mit dem Vater zum Fischen hinauszufahren; an die Freunde auf den Booten, die oft zu illegalen Geschäften gezwungen, um ihre Familien ernähren zu können. Auch Neil hat ein solcher fauler Handel in diese ausweglose Lage gebracht. Wäre er gelungen, hätte er jäh in die Freiheit geführt. Doch Fehler bestraft das Meer gnadenlos. Es ist gleichgültig, grausam und gleichwohl, noch im Herannahen des Todes, ewig schön. 

Michael Koepf beschwört die Magie der Naturgewalten in einer Sprache voll lakonischer, lyrischer Schönheit. «Orion tief im Westen» steht in der Tradition von «Der alte Mann und das Meer»: ein grandioses Buch über die ewige Konfrontation von Mensch und Natur, über menschliches Leiden und menschlichen Lebenswillen.